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Rückblick: Informationsveranstaltung ALEGRIA

„Alle sagen, das geht niemals – und du hast es wieder geschafft!“

(Alexander Freier-Winterwerb, Stadtrat für Jugend und Familie über Britta Niehaus (Institutsleitung))

Mit einem strahlenden Lachen begrüßte Britta Niehaus letzten Freitag ihre zahlreichen Gäste im CABUWAZI Treptow Zelt. Dafür gab es allen Grund: Zur Informationsveranstaltung des Instituts für Zirkustherapie oder auch ALEGRIA konnte die Arbeit des Teams vorgestellt und offiziell eröffnet werden. Umso schöner war es, dass viele der wichtigen Wegbereiter:innen an der Veranstaltung teilnahmen.

Ohne die Unterstützer:innen der ersten Stunde würde es heute kein Institut geben, das machten Anne Kirschneck (Geschäftsführung GrenzKultur gGmbH / CABUWAZI) und Britta Niehaus (Institutsleitung) gleich zur Begrüßung deutlich! Ein besonderer Dank gilt daher unter anderem Raed Saleh (Vorsitzender der SPD, Mitglied im Abgeordnetenhaus), Alexander Freier-Winterwerb (Stadtrat für Jugend und Gesundheit), Robert Schaddach (Mitglied im Abgeordnetenhaus), Elke Breitenbach (ehemalige Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales), Karl Köckenberger (ehemalige Geschäftsführung und Mitgründer von CABUWAZI), Bezirksbürgermeister Oliver Igel und dem Jugendamt Treptow-Köpenick.

Seit Anfang an dabei, das ist vor allem auch Alexander Freier-Winterwerb. Der Stadtrat für Jugend und Gesundheit steht dem ALEGRIA-Team tatkräftig zur Seite und eröffnete die Veranstaltung mit einer Anekdote: Vor einiger Zeit sei er auf dem Platz gewesen, viele Kinder sprangen herum – er hätte nicht gewusst, was gerade passieren würde und Britta hätte ihm deshalb einen kleinen Einblick in das Seelenleben der Kinder und der Idee des Instituts gegeben. Dann sei es losgegangen, das Antragschreiben mit Robert Schaddach, das Klinkenputzen mit Catrin Wahlen, Elke Breitenbach und Raed Saleh. Alle wollten das wichtige Projekt unterstützen.

Zwei Jahre Pandemie – Corona und seine Auswirkungen

Seit Corona, so macht Alexander Freier-Winterwerb in seiner Eröffnungsrede weiter deutlich, geht es vielen Kindern und Jugendlichen mit und ohne psychische Vorerkrankung noch schlechter. Aktuelle Zahlen und Statistiken geben ihm recht. Laut der COPSY-Studie erleben rund 80% der Kinder und Jugendliche Corona als eine Belastung. Jedes dritte Kind leidet inzwischen an einer psychischen Krankheit. Damit hat sich die Zahl von psychischen Störungen bei Kindern, die vor der Pandemie noch bei 18% bis 20% lag, nachweislich erhöht. Gleichzeitig gibt es lange Wartezeiten für Therapieplätze. Hier liegt ein entscheidender Vorteil des Instituts, so Britta Niehaus: Durch die Förderung der LOTTO-Stiftung können im Moment alle Kinder und Jugendliche ab sechs Jahre (mit und ohne Diagnose) schnelle Hilfe kostenfrei in Anspruch nehmen. Seit Beginn der Projektlaufzeit im April sind bereits 42 Kinder zum ALEGRIA gestoßen, mehrere Kinder stehen auf der Warteliste. Die Hoffnung sei, dass bald noch viel mehr Kinder kommen können – das ist auch vom Bau der Leichtbauhalle abhängig. Hier seien noch ein paar Hindernisse zu überwinden. Auch der Stadtrat appelliert an das Publikum: Zusammen kann der Bau sowie die Verstetigung des Projekts realisiert werden.

ALEGRIA – die Mischung machts!

Britta Niehaus, Tabea Heimbürger und Maria Matthies gaben in ihrer Präsentation einen Einblick in die Arbeit des Instituts und stellten das Alleinstellungsmerkmal der Zirkustherapie in den Mittelpunkt: Sie verbindet Psychotherapie und Zirkuspädagogik zum Motivationsaufbau von Kindern und Jugendlichen. Dabei wird interdisziplinär zusammengearbeitet: Britta Niehaus ist Kinder- und Jugendpsychotherapeutin VT mit Approbation, Maria Matthies Psychologin und angehende Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, Lennard Dzudzek ist Artist und Zirkuspädagoge und Tabea Heimbürger Sozialarbeiterin und Zirkuspädagogin. Zusammen können sie bei Einzeltherapien und Gruppentherapien optimal auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, flexibel verschiedene Methoden einsetzen und die Eltern von betroffenen Kindern begleiten.

Dass ihre besondere Arbeit bereits Früchte trägt, davon konnten sich die Besucher:innen gleich selbst überzeugen. Die ALEGRIA-Kinder standen zum ersten Mal auf der Bühne vor Publikum und zeigten eine Darbietung zum Thema „Überwindung der Angst“. Voller Stolz und Freude sprangen sie ihren Eltern danach in die Arme!

Dr. Jakob Florack, Oberarzt der kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilung des Vivantes Klinikums im Friedrichshain, erklärte anschließend in seinem Kurzvortrag, welch großartige Leistung das sei. Er selbst habe nämlich im Sommer bei einer Projektwoche des Vivantes mit ALEGRIA einmal versucht, den Hula-Hoop um die Hüfte kreisen zu lassen. Dass es nicht geklappt hat, sei beschämend gewesen, er sei aber ein gesunder erwachsener Mann. Was es nun für psychisch erkrankte Kinder mit ADHS, einem geringen Selbstwertgefühl oder Ängstlichkeit heißt, trotzdem weiterzumachen und sich auf die Bühne zu stellen, sei „krass“. „Krass“ seien auch die Kompetenzen des Teams, diese Herausforderungen gemeinsam mit den Kindern zu meistern.

Neben einer wunderschönen Luftnummer der Europäischen Freiwilligen von CABUWAZI zeigt auch Roman Škadra mit der Kugel künstlerisch, wie schwer es sein kann, den Fokus nicht zu verlieren und den roten Faden zu finden im Leben, wenn 1.000 Dinge auf einen einprasseln.

Britta und ihr Team sind genau das –  der rote Faden, wenn Kinder, Jugendliche und betroffene Eltern wie Erziehungsberechtigte ihn einmal verlieren und Halt brauchen beim Balancieren durchs Leben. Umso mehr sei es jetzt wichtig, eine Verstetigung zu realisieren, damit allen Kinder und Jugendlichen auch in Zukunft schnell und niedrigschwellig geholfen werden kann.

Ein großer Dank gilt auch unseren Kooperationspartner:innen, allen voran der LOTTO-Stiftung.

Du möchtest mehr über das Konzept erfahren? Dann besuche die Website der Zirkutherapie und nimm Kontakt auf.


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Karneval für die Zukunft – sei dabei!

Am 24. September ist “Karneval für die Zukunft” – wir sind dabei!

Wir glauben an die transformative Kraft von Kunst, Kultur, Poesie, Musik und Geschichten und wollen so zu Klimagerechtigkeit und Umweltschutz aufrufen.

Los geht es am 24. September, 14 Uhr am Rathaus Neukölln.

Du weißt nicht, was der Karneval für die Zukunft ist?

Der Karneval der Zukunft bringt Umweltschutz, Kunst, Musik und kreative Überraschungen vor die eigene Haustür!

Unterschiedliche Gruppen und Akteur:innen arbeiten gemeinsam mit der Nachbarschaft an Umweltfragen präsentieren ihre kreativen Ergebnisse beim Umzug präsentieren.

Unter karnevalfuerdiezukunft.de erfährst du alles rund um die Aktion!

Du willst mitmachen? Wie du dich beteiligen kannst, erfährst du ebenfalls über die Website!

Foto: Tina Eichner


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Draußenkino für die ganze Familie

Im neuen Format “Draußenkino für die ganze Familie” von CABUWAZI Hohenschönhausen kannst du im September ganz kostenfreie Filme angucken:

9.9., 20:15 Uhr: Greatest Showman, ab 6 Jahre

16.9., 16 Uhr: Wanna be Loud, ab 10 Jahre – ein Film von und über Jugendliche in Lichtenberg und wie sie die Pandemiezeit erlebt haben. (Jugendkino, Premiere, im Zelt)

16.9., 20 Uhr: Dumbo, ab 6 Jahre

23.9., 19:45 Uhr: Tom und Jerry, ab 0 Jahre

Außerdem gibt es Popcorn zum Taschengeldpreis.

CABUWAZI Hohenschönhausen
Wartenberger Straße 175
13053 Berlin


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1. bis 2. Juli: FREEDOM OF MOVEMENT Festival

Durch Zirkus, Bewegung und Kunst Begegnung schaffen und Vielfalt wie Zusammenhalt von Menschen und Communities feiern – dafür steht das FREEDOM OF MOVEMENT Festival 2022!

Der Fokus in diesem Jahr liegt auf der Kraft der eigenen Geschichte und so bewegen die Akteur:innen des Festivals durch ihre Beiträge sowohl die eigene:n sowie die gemeinsame:n Geschichte:n.

Wer sich WIE und WO in unserer Gesellschaft bewegen darf, und wie man sich begegnen kann, wird von einer Politik bestimmt, die die Gesellschaft aufspaltet, einteilt und etablierte Machtverhältnisse fördert. Die politischen Handlungen schreiben problematische Geschichten vor und erzeugen kollektive Erzähl- und Handlungsmuster, die ein Aufbrechen und Umschreiben schwer möglich machen.

Seit 2017 beschäftigt sich CABUWAZI Tempelhof im Rahmen des Festivals mit den Themen Grenzen, Flucht, Ankommen und Rassismus und setzt damit ein Zeichen für selbstbestimmte Bewegungsfreiheit.

Unübersehbar und -hörbar laut sein für Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung und Verdrängung, das wollen die Künstler:innen mit dem FREEDOM OF MOVEMENT Festival!

Dafür werden beim Festival nicht nur Geschichten auf der Bühne gezeigt, sondern es können alle in unterschiedlichen Workshops und durch Begegnungen die eigene Geschichte bewegen.

Der Zirkusplatz wird zum Raum, in dem jede:r sich selbst als Geschichtenerzäler:in verstehen kann. Was entsteht, ist eine Vielfalt an Ausdrucksformen und persönlichen Erzählweisen von Geschichte.

Mit dem Festival-Programm laden wir dazu ein, sich selbst zu ermächtigen und GESCHICHTE mitzugestalten!

Der Eintritt ist frei, über Spenden freuen wir uns sehr! Eine Anmeldung ist nötig. An beiden Tagen könnt ihr euch auf unserem Platz Begegnen, Austauschen und tolles Essen genießen, kommt dafür einfach vorbei. Für die Shows könnt ihr euch eine Stunde vor Beginn am Einlass anmelden, für die Workshops 30 Minuten vor Beginn.

Programmübersicht: 

Das abwechslungsreiche Programm bietet Zirkusartistik und Kunst zum Anschauen und Mitmachen für jedes Alter – Tanzperformances, zahlreiche Workshops und eine Fotoausstellung zeichnen unter anderem das Festival aus.

Ein besonderes Highlight sind die Zirkus-Shows am Freitag und Samstag:
In der Zirkusvarietéshow „Joy and Resitance“ mit BIPoC-Künstler:innen und Artist:innen sowie Spoken Word wird gezeigt, dass Diversität im Kontext darstellender Kunst möglich ist!
Die jungen Artist:innen der Jugendgruppe CABUWAZI Tempelhof bringen in ihrer Zirkusshow ganz eigenen Themen auf die Bühne.

Zum Abschluss tanzen alle gemeinsam in die Nacht mit Pamela Owusu-Brenyah, die als DJ
Pam Bam die Menschen mit Old School HipHop und afrikanischer Tanzmusik auf die Tanffl äche
bringt.

FREITAG 1. JULI

Eröffnung (17.00 Uhr)
DaHeadz Dance Off (17.15 Uhr)
Mitmachzirkus (17.30)
Zirkusvarietéshow | „Joy and Resistance“ mit Spoken Word von Lahya Aukongo (20.00 Uhr)

SAMSTAG 2. JULI

ZIRKUS-SHOW
Eigenproduktion der Jugendgruppe | „Fly“ (20.00 Uhr)

WORKSHOPS
Mitmachzirkus und Spiele (13.00 bis 17.00 Uhr)
Tuch (13.00 Uhr, ab 14 Jahre)
Body Percussion (13.30 Uhr, 8 bis 12 Jahre und 15.00 Uhr, ab 12 Jahre)
Hip Hop (15.00 Uhr, 12 bis 20 Jahre)
Diabolo (15.30 Uhr, ab 9 Jahre)
Graffiti-Workshop für Kinder (13.00 bis 17.00 Uhr, offen für alle)
Afro Fusion (17.00 Uhr, ab 16 Jahre)

Info-Point: Women in Exil | Buchvorstellung (13.00 Uhr bis 17.00 Uhr)

AUSSTELUNG
Foto-Ausstellung von Muhammed Lamin (13.00 Uhr)

MUSIK ab 22 Uhr

 

KONTAKT
CABUWAZI Tempelhof
Columbiadamm 84
10965 Berlin

[email protected]

Weitere Infos findet ihr auch in unserer Veranstaltungsübersicht.

 

 

 

 


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Neue Projekte: CABUZirkusmix und CABUZirkusQuali

Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir genau: Kinder brauchen Kontinuität und Erlebnisse, an denen sie wachsen können. Seit Beginn der Pandemie waren und sind viele wichtige schulische- und außerschulische Angebote jedoch ausgefallen oder stark eingeschränkt, lange hatten Kinder und Jugendliche keinen gewohnten Alltag – kurzgesagt: Ihr ganzes Leben wurde auf den Kopf gestellt, Sicherheiten sind weggebrochen und soziale Kontakte gingen verloren. Die Auswirkungen sind in vielen Lebensbereichen gravierend! Das betrifft zum Beispiel die soziale Interaktion sowie sozioemotionale Entwicklung, körperliche Aktivität und das psychische Wohlbefinden, um nur einige Bereiche zu nennen.

Dank der tollen DKJS Förderungen können wir nun mit gleich zwei Projekten umfassend auf die neuen Herausforderungen reagieren: Zum Projektstart galt es zum einen, ein Angebot zu entwerfen, das die Kinder und Jugendlichen in der neuen Situation bestmöglich begleiten kann. Zum anderen erforderten die veränderten Lebensrealitäten und neuen pädagogischen Herausforderungen eine Erweiterung der Qualifizierung der zirkuspädagogischen Fachkräfte mit Blick auf die in diesem Zusammenhang stehenden Themen. Entstanden sind die Projekte CABUZirkusmix und CABUZirkusQuali, die unseren Arbeitsalltag und den Alltag der Trainingskinder bereichern!

 

Marcel Wogram für CABUWAZI

 

CABUZirkusmix
Viele Kinder und Jugendliche, die wir kennen, haben einen Bruch in ihrer schulischen Leistung erlebt und müssen aufgrund der Pandemie ihre Schule wechseln, sich neu orientieren oder haben die Schule abgebrochen. Weiterhin erleben wir momentan einen deutlichen Anstieg von Kindern und Jugendlichen mit seelischen Erkrankungen, die in der Pandemie entstanden sind oder sich verstärkt haben.

Auf die vielen Anfragen von Familien, Eltern, Sozialarbeiter:innen konnten wir gar nicht mehr adäquat eingehen, weil uns die Kapazitäten fehlten. Mit CABUZirkusmix können nun interessierte Kinder und Jugendliche mit Risikolagen in offenen/ gemischten Angeboten in einem Parcour verschiedene Zirkusdisziplinen ausprobieren und so individuellen Interessen und Neigungen entdecken. Hierbei geht es um Vertrauens- und Beziehungsaufbau, um das Willkommenheißen neuer Kinder und Jugendlicher, das Initiieren von Gruppenbildung und gemeinschaftlichem Miteinander, und die Einführung in unsere Zirkusarbeit.

 

Marcel Wogram für CABUWAZI

In festen Gruppen/Disziplinkursen findet außerdem ein kontinuierliches Arbeiten statt. Durch die regelmäßige Teilnahme über einen längeren Zeitraum können intensive gruppenpädagogische Lernprozesse angeregt werden. Mit seiner Arbeit fördert CABUWAZI die Entwicklung junger Menschen wobei ein Schwerpunkt auf die außerschulische Jugendbildung mithilfe zirkuspädagogischer Angebote gelegt wird.
Zirkuspädagogik vereint Methoden der Motopädagogik (psychomotorische Grunderfahrungen), Sportpädagogik (spezifische technische Lernprozesse), Erlebnispädagogik (Zirkus gilt als Abenteuer und Faszination), Spielpädagogik (im Zirkusrollenspiel wird „so getan als ob“) und Sozialpädagogik (Interaktion, Kommunikation und Teamwork).

 

CABUZirkusQuali
Die Qualifizierungsvorhaben nehmen die psychosozialen Herausforderungen der Kinder und Jugendlichen in den Blick. Im Kontext der zirkuspädagogischen Arbeit werden Weiterbildungen mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten angeboten:

1.Sensibilisierung für psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen: Erarbeitung von Störungs- sowie Krankheitsbildern und
Entwicklung von Frühwarnsystemen

2. Kindgerechte Kommunikation und Umgang mit Konflikten: Kommunikation auf Augenhöhe, Konfliktlösungsstrategien

3. Anti-Mobbing-Strategien: Mobbing erkennen, Schutz der Betroffenen sowie Prävention

4. Umgang mit Trauma: Kinder und Jugendarbeit mit traumatisierten Menschen (Fluchterfahrung, sexuelle, körperliche oder psychische
Gewalt)

5. Sensibilisierung für Diskriminierungen sowie Förderung der Chancengleichheit: Erkennen von Ungerechtigkeiten sowie Vermittlung von Diversity-Kompetenzen

Ziel der Weiterbildungsangebote ist die Kompetenzerweiterung des zirkuspädagogischen Fachpersonals, um die individuelle Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sowie ihre sozialen Kompetenzen in der Gruppe im Kontext der aktuellen Herausforderungen zu fördern.

 

Durch die Bearbeitung der Problematik erhoffen wir uns, einmal unsere Fachkräfte gut für die Herausforderungen aufzustellen und die Kinder und Jugendliche auf dem Weg zurück in einen angstfreien Alltag zu begleiten.

 

AUF!leben – Zukunft ist jetzt. ist ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Programm ist Teil des Aktionsprogramms Aufholen nach Corona der Bundesregierung.


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Spendenaufruf für junge Artist*innen aus der Ukraine

Wir brauchen eure Hilfe

Zusammen mit vielen anderen Zirkussen und Artist*innenschulen in Deutschland und Europa stehen wir mit der Circus Academy Kiew in Kontakt. Das Ziel: Schüler*innen weiterhin eine artistische Ausbildung zu ermöglichen – an verschiedenen Ausbildungsstätten in sicheren Ländern Europas.

Die Akademie bildet insgesamt 750 Schüler*innen im Alter von 14 bis 22 Jahre aus und gehört zu den besten Zirkusschulen der Welt. Nun sind die Schüler*innen, deren Trainer*innen und Familien nicht mehr sicher in der Ukraine.

Auch wir von CABUWAZI möchten den Familien auf der Flucht helfen und unsere Zelte und Trainingsstätten zur Verfügung stellen.

Neben den Trainingsstätten braucht es dafür vor allem eine gute, langfristige Unterkunft und Unterstützung beim Ankommen in einem neuen Land – viele Familien konnten nur wenige Habseligkeiten mitbringen, brauchen medizinische Versorgung oder Hilfestellung bei bürokratischen Wegen. Gemeinsam mit euch können wir das Ankommen erleichtern – dafür möchten wir euch um Spenden bitten.

Jeder Euro hilft, um Hilfe zu leisten!

➡️  Spenden könnt ihr ganz leicht über unser Spendenformular.

oder per Überweisung:

➡️ Spendenkonto:
IBAN : DE15 1002 0500 0001 2084 10
BIC : BFSWDE33BER
Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe

Tausend Dank an alle, die sich beteiligen!
Euer CABUWAZI-Team

❤️🧡💜


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Große Sprünge in Hohenschönhausen – unser Standort und das Angebot wächst!

Das Team in Hohenschönhausen arbeitet auf Hochtouren, damit vielen Kindern und Jugendlichen der Zugang zu unseren Angeboten ermöglicht werden kann – deshalb gibt es ab März nicht nur richtig viele neue Kurse auf dem Standort, sondern das CABUWAZI-Zirkusmobil bringt den Zirkus direkt in noch mehr Gemeinschaftsunterkünfte und Jugendeinrichtungen an als im letzten Jahr.

Neu, neu, neu!

Neue Kurse bei uns auf dem Standort: Breakdance, Balance, Akrobatik– hier ist für jede*n etwas dabei! Außerdem gibt es auch noch ein paar Plätze in unserem Trampolinkurs. Bei Interesse oder Fragen schreibt uns einfach eine E-Mail: [email protected]. Darüber hinaus gibt es nun fünf weitere CABUWINZIG Kurse für die Kleinsten. Hier könnt ihr euch gern an [email protected] wenden.

Damit die artistischen Einlagen und Shows in Zukunft noch magischer werden, wird auf dem Platz gerade eine Schneiderei eingerichtet und ein Theaterkurs angeboten. Die liebe Mija – neu im Hohenschönhausen-Team – leitet die Schneiderei und den Kurs. Aber nicht nur das: Sie ist auch für die Koordination von Schulprojektwochen verantwortlich.

Schulprojektwochen – für alle, die das Klassenzimmer einmal gegen die Manege tauschen wollen!

Unsere Zirkuswochen sind als fünftägiges abgeschlossenes Projekt konzipiert und dabei immer individuell zugeschnitten auf das Alter und den Erfahrungsstand der Kinder. Bei CABUWAZI können die Schüler*innen Kugellaufen, Jonglieren, Trampolinspringen, Trapez, Clownerie, Akrobatik, Drahtseillaufen und vieles mehr lernen. Das Erlernte wird am Ende der Woche in einer selbstentwickelten Abschlussinszenierung vor Publikum präsentiert.

Ihr habt Interesse? Dann meldet euch bei Mija: [email protected]

In die magische Welt des Zirkus könnt ihr auch in den Ferien eintauchen. Für alle Kinder und Jugendlichen ab 8 Jahre bieten wir in den Osterferien in beiden Wochen für 4 Tage Zirkusferien an! Plätze für die einzelnen Wochen können jetzt unter cabuwazi.de/events gebucht werden.

Wer statt mitzumachen lieber etwas anschauen möchte, dem sei die Show der Trainingskinder im Juni ans Herz gelegt! Genau Infos dazu findet ihr rechtzeitig in unserem Newsletter und auf der Website.


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8. März: Heute ist Frauen*tag

Seit 1911 gibt es den “Internationalen Frauen*tag”, an dem weltweit auf Frauenrechte und Gleichstellung aufmerksam gemacht wird. In Deutschland konnten im Januar 1919 Frauen das erste Mal in der Geschichte wählen und gewählt werden. Obwohl seitdem viel passiert ist, haben Frauen* und Mädchen* weltweit weiterhin mit Chancenungleichheit zu kämpfen.

Unzählige Heldinnen haben mit ihrem Kampf für Gleichberechtigung und Aufklärung eine Veränderung der Welt, von Werten und Einstellungen vorangebracht und bringen sie voran. Über einzelne wollen wir heute sprechen – über jede* sind wir dankbar!

Denn auch wir sind davon überzeugt, dass man die Welt vor allem gemeinsam verändern kann – das zeigen uns nicht nur die letzten 100 Jahre der Frauen*bewegung, sondern auch die aktuellen Zeiten!

 

Simone de Beauvoir

“Der Frau bleibt kein anderer Ausweg, als an ihrer Befreiung zu arbeiten. Diese Befreiung kann nur eine kollektive sein.”

Simone-Lucie-Ernestine-Marie Bertrand de Beauvoir (1908 bis 1986) war eine französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin. Sie hatte ein großes Ziel, für das sie ihr Leben lang gekämpft hat: Die Gleichberechtigung der Frau!

Schon als Jugendliche störten sie viele der gesellschaftlichen Regeln. Warum wollten sie alle davon abhalten, zu studieren? Simone de Beauvoir ließ sich davon nicht abhalten. Als eine der ersten weiblichen Studierenden überhaupt lernte sie an der Pariser Universität. Sie wählte die Fächer Philosophie, Literatur und Mathematik. Für noch mehr Aufregung sorgte die Philosophin, als sie zu schreiben begann und ihre Ideen zu der Gleichberechtigung von Frauen und Männern veröffentlichte. Mit ihrem berühmten Satz “Man kommt nicht als Frau zur Welt, sondern wird es.” widersprach de Beauvoir der Annahme, dass Männer den Frauen von Natur aus überlegen sein sollen. Vielmehr glaubte sie, dass erst die Erziehung und Gesellschaft dafür sorgen, dass sich Frauen und Männer unterschiedlich verhalten.

Mit ihren beiden existentialistischen Romanen L’Invitée und Le Sang des autres , 1984 von Claude Chabrol als Das Blut der Anderen verfilmt, erlangte Simone de Beauvoir Anerkennung als Schriftstellerin. Der Welterfolg Das andere Geschlecht gilt als ein Meilenstein der feministischen Literatur und machte sie zur bekanntesten Intellektuellen Frankreichs. Auch ihre Essays gelten als wichtige Beiträge zu dem jeweiligen Fachgebiet.

 

Kimberlé Crenshaw

“Wenn Feminismus sich nicht explizit gegen Rassismus wendet, und wenn Antirassismus sich nicht in Opposition gegen das Patriarchat stellt, werden rassismuskritische Politik und Geschlechterpolitik gegeneinander ausgespielt und beide verlieren dabei.”

Kimberlé Crenshaw gilt als die Begründerin des intersektionalen Feminismus! Sie wurde 1959 in Ohio geborenund ist heute Juristin und Professorin. Als Juristin erkannte sie, dass im Gesetz und vor Gericht sexistische und rassistische Diskriminierung ausschließlich als zwei getrennte Bereiche behandelt wurden. In der Realität sind Diskriminierung aufgrund von beispielsweise Herkunft, Geschlecht oder Klasse jedoch stark miteinander verbunden.

In ihrer Überschneidung führen diese Kategorien zu einer sehr spezifischen Art der Marginalisierung: Schwarze Frauen werden etwa nicht nur als Frauen am Arbeitsmarkt diskriminiert, sondern auch, weil sie nicht weiß sind.

 

Judith Butler

“Sehr männliche und weibliche Rollen sind nicht biologisch fest, sondern sozial konstruiert.”

Judith Butler ist eine US-amerikanische Philosophin und Philologin. Sie ist Professorin für Rhetorik und Komparatistik an der University of California, Berkeley. Sie hat in ihren Büchern Das Unbehagen der Geschlechter“ und „Körper von Gewicht“ eine damals neue Konzeption von «Geschlecht» (Gender) entwickelt, die mit solcher Intensität aufgenommen wurde, dass sie heute nicht mehr an ihren Konzepten vorbeikommt.

Sie beschreibt, dass Geschlechter als Rollen verstanden werden, die im gesellschaftlichen Umgang entstehen und sich laufend verändernd an immer neue Generationen weitergegeben werden. Sieführt weiter aus, dass es eine offene Vielzahl von Geschlechtern gibt, die nicht an die eine biologische Unterscheidung zwischen Frauen und Männern gebunden sind; und sie bekundet die Sympathie von Menschen für individuelle Spiele und auch Dramen des Übergangs zwischen den Geschlechtern (zum Beispiel für die Auftritte von «Dragqueens»).

Über Geschlechterthemen hinaus hat sie sich mit Fragen von Macht und Subjekttheorien beschäftigt, seit 2002 zudem mit der Ethik der Gewaltlosigkeit.

 

Literatur:
https://beruhmte-zitate.de/autoren/simone-de-beauvoir/
https://www.hanisauland.de/wissen/kalender/simonedebeauvoir_geburtstag
https://frauenseiten.bremen.de/blog/frau-woche-kimberle-crenshaw/
https://www.zeit.de/zett/politik/2019-01/diese-10-feministinnen-musst-du-kennen
https://www.nzz.ch/feuilleton/judith-butler-ohne-sie-wuerden-wir-nicht-ueber-gender-reden-ld.1629921
https://beruhmte-zitate.de/autoren/judith-butler/

 


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„Selbstregulierung ist das Zauberwort!“ Britta Niehaus im Interview

Britta Niehaus hat nicht nur viele Jahre den CABUWAZI Standort in Treptow geleitet, sondern ist auch angehende Kinder- und Jugendtherapeutin, Visionärin und Gründerin des ersten Institutes für Zirkustherapie.

Britta kommt aus der Kultur – Konzerte, Theater und Malerei waren ihre Schwerpunkte. Die Kreativität, so scheint es, begleitete sie durch ihr Studium der Sozialpädagogik bis hin zu CABUWAZI und ihrer Ausbildung zur Kinder- und Jugendtherapeutin. Dank einer großen Förderung, dem besonderen Einsatz aus der Berliner Politik, von CABUWAZI und von Mitstreiter*innen wird Britta das Institut in den nächsten drei Jahren aufbauen können. Wir haben mit ihr über das einmalige Konzept der Zirkustherapie, Stelzen im Vivantes Klinikum und ihren Traum – ein Institut für Zirkustherapie – gesprochen.

Was ist die Zirkustherapie?

Mit dem zirkustherapeutischen Ansatz „Gestaltenwandel“ haben wir bei CABUWAZI Treptow ein Konzept entwickelt, in welchem wir mit psychisch kranken Kindern Zirkus machen – dabei arbeiten wir mit Therapeut*innen, Ärzt*innen und Partner*innen wie dem Vivantes Klinikum zusammen.

Was ist das Besondere?

Die Zirkustherapie in dieser Form gibt es so noch gar nicht! Deutschlandweit hat CABUWAZI Treptow mit dem Ansatz „Gestaltenwandel“ das erste Konzept entwickelt, um mit psychisch kranken Kindern im Zirkus zu arbeiten. Ich habe im Internet recherchiert und geguckt, was es deutschlandweit gibt. Es gibt schon den Chefarzt, der auch Jongleur ist und in der Münchner Klinik mit autistischen Kindern und Jugendlichen jongliert. Oder die wunderbare Frau Dr. med. Astrid Novosel-Datzer von der Zingst-Klinik, sie arbeitet auch mit Zirkusmethoden. Aber eben ein Institut, wo psychisch erkrankte Kinder umfassend mit Zirkustherapie unterstützt werden, das gibt es noch nicht.

Wie wird das Konzept der Zirkustherapie im Moment bei CABUWAZI angewandt?

Angefangen haben wir damit, dass wir im Sommer zwei Wochen Zirkusferien mit psychisch kranken Kindern der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Vivantes Klinikums gemacht haben. Es kamen dann immer zwischen 15 und 18 Kinder zu uns und wir haben das Konzept der Ferienprojektwoche einmal auf den Kopf gestellt: An den Bedarfen dieser Kinder orientiert haben wir unser Konzept entwickelt. Das ist jedes Mal evaluiert und ausgewertet worden. Wir haben die Kinder mithilfe von Fragebögen vor und nach den Ferien gefragt, was sich für sie verändert hat und welche Methoden wirksam waren. Wir haben nachgefragt und geschaut: Was hat gut funktioniert, was hat nicht gut funktioniert? Mithilfe der Evaluation wurde das Konzept immer wieder neu angepasst – bis wir jetzt nach sechs Jahren sagen: Wir haben ein solides Konzept, das wir anwenden können, wenn wir mit Kindern arbeiten, die aus der Psychiatrie kommen.

Wie bist du vom Zirkus zur Therapie gekommen?

Immer wenn ich mit Kindern und Jugendlichen bei CABUWAZI gearbeitet habe, hatte ich ein großes Interesse an den verhaltensauffälligen Kindern und daran, mit ihnen zu arbeiten. Ich habe irgendwann darüber nachgedacht, was die Kinder mit erhöhtem Bedarf an Unterstützung eigentlich brauchen würden, was wir mit unseren Angeboten noch nicht anbieten können. Deshalb habe ich erst mal eine Ausbildung als insofern erfahrene Fachkraft für Kinderschutz gemacht und mich auch noch mal intensiv mit Kindeswohlgefährdung und Familienstrukturen beschäftigt. Schließlich habe ich beschlossen, eine Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin zu machen und habe dann im Vivantes Klinikum mein praktisches Jahr gemacht.

Wie hast du Zirkus in dein praktisches Jahr einfließen lassen?

Ich habe zum Beispiel mit Kindern mit posttraumatischer Belastungsstörung angefangen, Stelzen zu laufen. Für die Klinik war das eine riesen Aufregung: Was laufen jetzt hier die Stelzenkinder rum. Das waren sie überhaupt nicht gewohnt – ich habe mich da aber durchgesetzt. Es gab zum Beispiel einen Jungen, der musste regelmäßig Medikamente nehmen, wenn er einen Flashback hatte und dadurch einen Wutanfall bekam. Irgendwann konnte der Junge sich besser selber regulieren – auch aufgrund der Erfahrungen beim Stelzenlaufen! Wenn er gemerkt hat, er wird getriggert und er wird auffällig, hat er geschrien „Stelzenlaufen mit Frau Niehaus“. Wir haben ihm dann die Stelzen angeschnallt und er konnte sich selbst regulieren lernen durch die Bewegung. Die Bewegung verknüpft die linke Gehirnhälfte mit der rechten. Wir wissen aus wissenschaftlichen Studien, dass diese Art der Bewegung Kinder sehr gut unterstützt, die traumatisiert sind oder eine Störung haben.

Warum werden Angebote gerade jetzt so dringend benötigt?

Wir sind super glücklich und total froh, dass die Lottomittelstiftung unser neues Projekt innerhalb der Zirkustherapie für drei Jahre unterstützen möchte. Denn gerade jetzt in der Pandemie steigen die Folgeschäden von Kindern und Jugendlichen, viele Eltern sind verzweifelt und sagen, wir wissen nicht was wir mit unserem Kind machen sollen und die Kinder mit ihren Ängsten und Unsicherheiten haben wenig  Möglichkeiten, diese zu kompensieren. Man kann sich die Unsicherheit ja vorstellen, denn das, was vorher sicher war – zum Beispiel zur Schule zu gehen – bricht alles auf. Plötzlich passieren Veränderungsprozesse, die das Kind überhaupt nicht kognitiv verarbeiten kann und viele kompensieren das, indem sie Ängste entwickeln und sich zum Beispiel nicht mehr zur Schule trauen, depressiv werden oder Essstörungen bekommen, weil sie den Kontrollverlust entgegenwirken wollen. Aber eben über eine dysfunktionale Form.

Schlägt sich die Pandemie denn auch in messbaren Fallzahlen nieder?

Wir wissen tatsächlich, dass die psychischen Erkrankungen von Kindern gestiegen sind, im Moment wird gesagt, dass jedes dritte Kind eine psychische Erkrankung erleidet.  Das wurde auch im deutschen Ärtzeblatt veröffentlicht und von anderen Studien bestätigt. Damit hat sich die Zahl von psychischen Störungen bei Kindern, die vor der Pandemie noch bei 18 bis 20% lag, nachweislich erhöht.

Wie kann man dieser negativen Entwicklung mit Zirkus entgegenwirken?

Wir wollen mit den Kindern gemeinsam Möglichkeiten erarbeiten, mit denen sie Selbstwirksamkeit erleben können und die das Selbstbewusstsein fördern. Wir vermitteln unmittelbar positive Erfahrungen, in denen sie Selbstsicherheit erleben können: Wenn ich zum Beispiel auf dem Drahtseil balanciere und mein Gleichgewicht übe, kann ich mich selbst steuern und lerne darüber, dass ich auch meine Emotionen, wie zum Beispiel Angst steuern und mir selbst positive Selbstinstruktionen geben kann: „Ich schaffe das! ich mach das jetzt – ich geh von der einen Seite zur anderen rüber und wenn ich runterfalle, steh ich auf und gehe wieder drauf“. Das sind wirksame Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche machen und die auf jeden Fall zur Stabilisierung und Heilung beitragen. Natürlich ist auch das Zusammensein in einer sozialen Gruppe und das entdeckende Lernen miteinander ein wichtiger Teil der Zirkustherapie.

Innerhalb der Zirkustherapie hast du für das neue Modellprojekt das Konzept der achtsamen Zirkustherapie entwickelt – was ist damit gemeint?

Selbstregulierung ist dabei das Zauberwort! Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, dass wir den Kindern Methoden und Möglichkeiten in Form von positiven Helfersätzen und Emotionsregulierungen an die Hand geben: Wie kannst du dich selbst beruhigen, wie kannst du deine Ängste bearbeiten, wie kannst du dir das Gefühl geben, dass alles gut wird – das nennen wir achtsame Zirkustherapie. Dafür wurden verschiedene Übungen entwickelt, wo Kinder lernen, auf ihre Gefühle zu achten, achtsam ihre Gefühle wahrzunehmen und auch achtsam in sich hineinzugucken, um ihren inneren Fokus, ihren Scheinwerfer auf positive Ereignisse im Leben zu richten. In erster Linie geht es um Aktivierung, Selbstwirksamkeitsförderung  und Körperwahrnehmung. Es sind aber auch verschiedene Entspannungsübungen mit dabei oder mal eine Traumreise.

Du möchtest ein Zirkusinstitut ins Leben rufen – was ist damit gemeint?

Ich stelle mir vor, dass wir als Institut für Zirkustherapie eine Netzwerkanlaufstelle werden für ganz Deutschland. Wir haben so viele tolle und interessante Menschen kennengelernt, die auch in diesem Bereich Neues probieren. Wir möchten als Institut regelmäßig Symposien und Fortbildungen organisieren, wo diese Menschen zusammenkommen und sich über ihre Erfahrungen und Methoden austauschen können. Es gibt so viele Menschen, die eben auch finden, dass neue Ansätze in der Therapie mit Kindern und Jugendlichen wichtig und nötig sind. Hier gehen wir gemeinsam neue Wege und gemeinsam haben wir dann die Möglichkeit, noch bedarfsgerechter an Kinder und Jugendliche heranzutreten.

Warum passen Zirkus und Therapie so gut zusammen?

Zirkus ist auf jeden Fall ein Ort, der Kinder und Jugendliche interessiert, ihre Neugierde weckt, wo sie kreativ sein können. Zirkus, das bedeutet Drahtseillaufen, Trapez, Akrobatik, aber auch künstlerisches Wahrnehmen, in Rollen schlüpfen, jemand anderes sein können! Wir haben damals diesen Ansatz „Gestaltenwandel“ entwickelt – da geht es darum, dass Kinder erst mal eine Art „Helfer*infigur“ imaginieren. Das heißt: Sie werden dazu aufgefordert, mithilfe ihrer Fantasie eine Figur zu entwickeln, die ihnen in bestimmten Situationen wie zum Beispiel bei Mobbing auf dem Schulhof helfen kann. Diese Helfer*infigur malen sie beispielsweise auf. Ich leite sie als Therapeutin mit unterschiedlichen Methoden an, um zu dieser Helfer*infigur zu kommen. Dann wird diese Figur im Zirkuszelt von den Zirkuspädagog*innen in eine neue Dimension gebracht – nämlich selbst in diese Figur zu gehen: Wie Läuft sie, was hat sie für einen Gang, was hat sie für Fähigkeiten und Kompetenzen: Kann sie fliegen? Dann kann das Kind am Trapez fliegen lernen, wenn sie vielleicht einen ganz akrobatisch schleichenden Gang hat, kann man erst mal die Balance üben und Kugellaufen oder am Drahtseil trainieren. Und am Ende verwandelt sich dieses Kind durch Bewegung Körperweit aber auch durch Unterstützung durch Kostüme in diese Helfer*infigur und merkt, dass es eben eigene Ressourcen entwickeln kann.

Wer kann sich bei euch melden?

Der Zugang zu den Angeboten soll möglichst weit gestreut sein, auf der einen Seite sollen Eltern angesprochen werden, die eben keinen Therapieplatz finden – wir bekommen jetzt schon Anfragen von Eltern, die in der Zeitung vom Projekt gelesen haben und sagen, mein Kind geht nicht mehr zur Schule, mein Kind hat totale Ängste, ich möchte, dass mein Kind zu euch kommt. Auf der anderen Seite sollen Jugendliche sich angesprochen fühlen. Außerdem sollen Netzwerkpartner*innen angesprochen werden wie der KJPD (Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst) – wir werden mit dem KJPD Köpenick, Neukölln, Kreuzberg zusammenarbeiten. Die Jugendämter können so die Kinder und Jugendlichen zu uns führen. Weiterhin bleibt aber auch Vivantes ein großer Kooperationspartner.


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Eure Stimme für Café CABU

CABUWAZI Tempelhof braucht eure Unterstützung – bitte stimmt unter aidfive.org für unser Projekt „Café CABU“ ab, damit wir einen Ort der Begegnung außerhalb der Manege aufbauen können!

Hier geht es zur Abstimmung.

Das ist Café CABU

Unser Problem:

Dem Team des Kinder- und Jugendzirkus CABUWAZI Tempelhof ist klar geworden: Bei manchen Themen und Bedürfnissen kann es wichtig sein, das kreativorientierte und zirkuszentrierte Setting zu verlassen, um diese Themen in den Mittelpunkt rücken und reflektiert bearbeiten zu können: Persönliche Lebens- und Zukunftsfragen, Querschnittsthemen wie Diskriminierung & Rassismus, Gender und ökologische Nachhaltigkeit lassen sich zwar mittels zirkuspädagogischer Methoden aufgreifen und kreativ bearbeiten. Manchmal ist es jedoch wichtig, einfach mal darüber zu reden und sich dazu auszutauschen.

Gemeinsam mit euch wollen wir an einer Lösung arbeiten:

Mit Café CABU wollen wir eine Begegnungsstätte für die Kinder und Jugendlichen bei CABUWAZI Tempelhof schaffen. Das Café soll ein Ort werden, an dem sich Kinder und junge Menschen von 9 bis 27 Jahre mit und ohne Migrationshintergrund neben dem gemeinsamen Zirkustraining austauschen, vernetzen und voneinander lernen können. Durch diese Stärkung des Zusammenhalts können multikulturelle Freundschaften entstehen und gefestigt werden.

Hier kommt ihr ins Spiel! Gemeinsam mit aidFIVE wollen wir dieses Projekt umsetzen, dafür müssen genug Menschen für uns abstimmen.

Ihr findet das Projekt gut? Dann stimmt jetzt für uns ab!

Bis zum 28. Februar können alle Mitspieler*innen noch abstimmen. Mit eurer Stimme könnt ihr jetzt dazu beitragen, dass aidFIVE Personalkosten für die Projektleitung und sozialpädagogische Betreuung sowie Sachkosten für 10 Monate übernimmt.

Und extra obendrauf gibt es natürlich unseren unendlichen Dank!